Ausbildungsordnung, Ausbildungszeiten und Richtlinien

Wirf einen Blick auf die Webseite deiner Landesärztekammer

Die Weiterbildungsordnung für den Facharzt für Laboratoriumsmedizin wird durch die Landesärztekammern festgelegt.  Auf deren Website stehen die Regelungen zur Ausbildungsordnung, Ausbildungszeiten und Richtlinien zum Download verfügbar. Die Landesärztekammern richten sich bei der Ausarbeitung nach der  (Muster-)Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer 2006 in der Fassung vom 23.10.2015, die einen “empfehlenden Charakter” hat und Mindestanforderungen setzt.

Gleiches gilt für die Richtlinien und die Logbücher, deren Inhalte von der Landesärztekammer festgelegt werden und sich von Bundesland zu Bundesland etwas unterscheiden können. Die Kursbücher betreffen Ausbildungsinhalte von Zusatzweiterbildungen (Rehabilitations-, Notfall-, Palliativmedizin etc) und sind daher nicht für die Weiterbildung zum Labormediziner relevant.

Weiterbildungszeit

Allgemeingültige Infos

Die Weiterbildungszeit in der Laboratoriumsmedizin beträgt in jedem Bundesland 60 Monate und muss bei einem Weiterbildungsbefugten an einer zugelassenen Weiterbildungsstätte stattfinden. Die Weiterbildungszeit umfasst in jedem Bundesland

  • 12 Monate in der stationären Patientenversorgung im Gebiet Innere Medizin und/oder Kinder- und Jugendmedizin
  • 6 Monate in einem mikrobiologischen Labor
  • 6 Monate in einem infektionsserologischen Labor
  • 6 Monate in einem immunhämatologischen Labor
  • weitere 30 Monate in Laboratoriumsmedizin, davon können
    • bis zu 12 Monate in Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie angerechnet werden
    • bis zu 6 Monate in Transfusionsmedizin angerechnet werden

Abweichungen beinhalten z.B. die Anrechenbarkeit anderer Ausbildungsinhalte, z.B. ist in Baden-Württemberg eine Anrechenbarkeit von bis zu 6 Monaten in Biochemie möglich.

Ausbildungsinhalt

Aus der Musterweiterbildungsordnung

Die Weiterbildung Laboratoriumsmedizin sieht den Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in

  • den Grundsätzen eines Labor- und Qualitätsmanagements einschließlich der Beachtung und Minimierung von Einflussgrößen, Störfaktoren und der Standardisierung der Untersuchungsverfahren
  • der Auswahl, Anwendung, Beurteilung und Befundung morophologischer, physikalischer, klinisch-chemischer, biochemischer, immunchemischer und mikrobiologischer Untersuchungsverfahren von Körpersäften einschließlich molekulargenetischer Analytik zur Erkennung und Verlaufskontrolle physiologischer Eigenschaften und krankhafter Zustände sowie Prognoseabschätzung und Bewertung therapeutischer Maßnahmen einschließlich technischer und medizinischer Validierung
  • der Gewinnung und Eingangsbeurteilung des Untersuchungsmaterials
  • der Probenvorbereitung
  • immunologischen Routineverfahren und der Blutgruppenserologie
  • Grundlagen der Pharmakokinetik und Pharmakodynamik einschließlich Drug-Monitoring

Die definierten Untersuchungs- und Behandlungsverfahren sind

  • Mikroskopier- und Färbeverfahren
  • Bestimmung und Bewertung von Enzymen und Substraten, Plasmaproteinen und Tumormarkern, Spurenelementen, toxischen Substanzen und Vitaminen, harnpflichtigen morphologischen Bestandteilen und Substanzen, Entzündungsparametern, Entzündungsmediatoren, Antigenen, Antikörpern und Autoantikörpern sowie Parameitern der Infektionsserologie
  • Bestimmung und Bewertung von Parametern des Fett-, Kohlenhydrat- und Proteinstoffwechsels, des Hormon- und Knochenstoffwechsels, des Wasser-, Elektrolyt- und Mineralhaushalts, des Säure-Basen-Haushaltes sowie des Liquors, Urins und Punktats
  • Bestimmung und Bewertung von Parametern der hämatologischen, immunhämatologischen, immunologischen und hämostaseologischen Analytik
  • bakteriologische und virologische Untersuchung einschließlich Keimdifferenzierung und Resistenztestung, z. B. aus Blut, Sputum, Eiter, Urin, Gewebe, Abstrichen
  • Drug-Monitoring, Drogenscreening
  • molekulargenetische Analytik
  • Radioimmunoassay

Quelle: (Muster)Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer

Wo kann / darf ich mich bewerben?

Die Weiterbildungsbefugnis erteilt die Landesärztekammer

Du kannst deine Facharztausbildung nur in medzinischen Laboren machen, die eine Weiterbildungsermächtigung / Weiterbildungsbefugnis dazu haben. Die Weiterbildungsbefugnis wird von der Landesärztekammer erteilt, die auch die Bedingungen für die Gültigkeit und die Weiterbildungsbeauftragten festlegt. Die maximale Weiterbildungszeit, die du in einem Labor ableisten kannst, wird ebenfalls in der Weiterbildungsbefugnis festgelegt.

Du findest auf der Webseite der Landesärztekammer unter dem Stichwort Weiterbildungsbefugte / Weiterbildungsermächtigte die Labore bzw. Laborärzte, die dich weiterbilden können mit Ansprechpartner und Adresse des Labors.

Dabei ist beachten, für welchen Zeitraum diese Ermächtigung gilt (die gesamten 4 Jahre Labormedizin oder weniger). Bei Unsicherheiten setze dich mit der jeweils zuständigen Bezirksärztekammer der bzw. dem zur Weiterbildung befugten Ärztin bzw. Arzt in Verbindung.

Wie bewerbe ich mich?

Jobbörsen und Initiativbewerbungen

Nachdem du abgeklärt hast, welche Ausbildungsstätten überhaupt in Frage kommen, hast du bereits eine Auswahl an Laboren. Selbstverständlich kannst du auf deren Webseite nach Jobangeboten schauen, damit du direkt den richtigen Ansprechpartner findest.
Sollte es keine aktuellen Jobangebote auf der Webseite des Labors geben, traue dich einfach, eine Initiativbewerbung zu verschicken!

Es schadet zudem nicht, auch in entsprechende Jobbörsen bzw. Portalen nach Anzeigen zu suchen. Große Portale sind z.B. das Deutsche Ärzteblatt.

Worauf sollte ich beim Vorstellungsgespräch achten?

Hilfestellung, was du erfragen könntest

Als Idee für das Bewerbungsgespräch kannst du dir dieses pdf-Dokument downloaden. Schaue es dir in Ruhe an. Es ist ein unverbindlicher Vorschlag, welche Themen du bei deinem Vorstellungsgespräch erfragen und abklären könntest.

Tipps für einen gelungenen Start

Logbuch: Am Anfang daran denken, damit am Ende kein Stress entsteht

Für die Anmeldung zur Facharztprüfung muss das vollständige Logbuch der zuständigen Landesärztekammer eingereicht werden. Denke daher an die rechtzeitige Dokumentation der Aufgaben und Lerninhalte, damit kurz vor der Anmeldung zum Facharzt kein Stress entsteht. Das Logbuch sieht auch vor, dass du deine klinisch-praktische Tätigkeit dokumentieren lässt. Vergiss daher nicht, vor dem Abschluss des klinischen Jahres dir diese Inhalte dokumentieren und unterschreiben zu lassen. Ggf. kann das Einreichen von “nur” dem Arbeitszeugnis Probleme bei der Anmeldung zur Facharztprüfung bereiten.

Wichtige Unterlagen

Weiterbildungsbefugnis

Es empfiehlt sich, eine Kopie dieser Weiterbildungsbefugnis für die eigenen Unterlagen bei deinem (potentiellen) Chef einzufordern.

Ausbildungsplan erstellen

Ziele definieren, Zeitpunkte und Betreuer festlegen

Idealerweise sollte zu Beginn der vier Jahre Labortätigkeit gemeinsam mit deinen Weiterbildungsbefugten die Ausbildungsinhalte besprochen und als Ausbildungsplan festgehalten werden. Dieser kann z.B. mit dem ersten Ausbildungsjahr beginnen und im Verlauf angepasst oder ergänzt und für die weiteren Jahre neu erstellt werden.

Legt dabei auch die für die Einarbeitung zuständigen Personen fest, z.B. welcher Facharzt der einzelnen Abteilungen dich in welchen konkreten Zeiträumen betreut. So hast du einerseits einen Laufplan für deine Ausbildung und kannst andererseits im Nachhinein genau nachvollziehen, wann du welche Aufgaben übernommen hast.

Dieser Ausbildungsplan sollte auch den anderen für dich verantwortlichen Fachärzten ausgeteilt werden, damit sie sich entsprechend vorbereiten können und sich für dich Zeit nehmen.

Die Labormedizin ist eine kleine Welt

Finde Gleichgesinnte und tausche dich aus!

Willkommen im Club der Exoten – der seltenen Spezies der Labormediziner!
Nun bist du schon etwas “angekommen” in der Labormedizin und hast dich in deinem Labor eingefunden. Vielleicht hast du sogar das große Glück, dass du nicht der einzige Assistenzarzt in deinem Labor bist (so wie es häufig der Fall ist). Schotte dich nicht ab! Viele nützliche Infos über die Facharztausbildung und Tipps erhält man häufig im kollegialen Gespräch mit anderen Assistenzärzten der Labormedizin.

Daher heißt es: sich verbinden! Diese Webseite soll dir dies erleichtern. Du kannst einerseits im Forum Kontakt zu anderen Assistenz- und jungen Fachärzten aufnehmen, andererseits kannst du dich auch direkt an mich, die Seitenbetreiberin wenden.

Als nützlich erweist es sich zudem, wenn du dich als Mitglied bei den Berufsverbänden DGKL e.V. und BDL e.V. bewirbst. Die DGKL hat auch eine eigene Sektion, das Junge Labor, welches seit 2016 besteht. Seit 2018 engagiert es sich aktiv mit ambitionierten Projekten für Nachwuchsrekrutierung und -förderung. Sobald du Mitglied in der DGKL geworden bist, kannst du dich auch in die Sektion Junges Labor eintragen lassen und wirst dann über Email – und falls gewünscht – über die WhatsApp-Gruppe – zu Aktionen auf dem Laufenden gehalten. Zudem kannst du dich auch aktiv an den Aktionen beteiligen und deine eigene Berufsgruppe unterstützen!

Mehr Infos findest du unter dem Link